Desinfektion von Terrarien bei Kokzidienbefall

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Desinfektion von Terrarien bei Kokzidienbefall

Postby Nais » Friday 2. August 2013, 12:26

Desinfektion von Terrarien bei Kokzidien Befall:

Bei den Kokzidien handelt es sich um einzellige Parasiten (Protozoen), welche die inneren Organe befallen. Die häufigsten Befälle bei Reptilien kommen aus den Gattungen Eimeria und Isospora. Die Kryptosporidien, betrachtet als heimtückischster Endoparasit in der Terraristik, werden auch zu den Kokzidien gezählt. Kokzidien vermehren sich in Wirtszellen, meist der Darmschleimhaut oder der Leber, in einem eigenen Entwicklungszyklus. Die Gefahr einer Ansteckung auch anderer Reptilien, z.B. durch Kontakt mit befallenem Kot, ist sehr hoch.

Die Anwendung von Desinfektionsmitteln ist nicht sinnvoll, da sie bis auf wenige Ausnahmen, die aber nicht so angenehm in der Anwendung sind (Kresol), den Oozysten nichts anhaben. Unabhängig davon: sollten Desinfektions-/Putzmittel verwendet werden, egal welche (auch Stalldesinfektionsmittel können je nach Einsatzgebiet gut geeignet sein), dürfen keinerlei Rückstände davon im Becken sein. Auch wenn es anders auf der Packung steht es muss ausgewaschen und ausgelüftet werden.

Die Anwendung von Desinfektionsmitteln ist nicht sinnvoll, da sie bis auf wenige Ausnahmen, die aber nicht so angenehm in der Anwendung sind (Kresol), den Oozysten nichts anhaben. Unabhängig davon: sollten Desinfektions-/Putzmittel verwendet werden, egal welche (auch Stalldesinfektionsmittel können je nach Einsatzgebiet gut geeignet sein), dürfen keinerlei Rückstände davon im Becken sein. Auch wenn es anders auf der Packung steht es muss ausgewaschen und ausgelüftet werden.

Die Anwendung von Hitze ist ein geeignetes Mittel Erreger zu deaktivieren. Eine bestmögliche Sterilisation wird beispielsweise im Autoklav mit einem Wasserdampfdruck von 3 bar bei einer Temperatur von 130 Grad Celsius über 20 Minuten erreicht. Doch auch ohne Druck ist die Anwendung von Hitze geeignet, Erreger zu eliminieren, jedoch ist auch hier auf das Erreichen der genügend hohen Temperatur bei ausreichender Dauer zu achten. Ein Übergießen mit siedendem Wasser ist kaum ausreichend, um den gewünschten Effekt zu erreichen, und auch Dampfreiniger nützen nur dann, wenn die Flächen aus nächster Nähe und für mehrere Sekunden bedampft werden, was die Anwendung sehr aufwendig macht (es empfiehlt sich die Verwendung hochwertiger Geräte). Selbst das Abflämmen von Oberflächen mit einem Gasbrenner oder Heißluftfön ist nur dann sinnvoll, wenn entsprechend hohe Temperaturen erreicht werden, wobei die meisten Materialien jedoch Schaden nehmen können. Kleinere hitzestabile Gegenstände können jedoch durch Erhitzung im Backofen, ähnlich einem Heißluftsterilisator, desinfiziert werden, je heißer und länger umso effektiver. Während manche Erreger bereits nach wenigen Sekunden bei 65 Grad Celsius inaktiviert werden, so benötigen andere eine Kernerhitzung von ca. 80 Grad über eine Minute. Für die meisten Erreger reicht also eine Erhitzung im Backofen auf 100 Grad Celsius für eine Stunde sicher aus. Dies ist wegen Brandgefahr stets unter Aufsicht durchzuführen. Wenn die Möglichkeit der Nutzung einer privaten Sauna gegeben ist, lassen sich dort sogar ganze Terrarien (selbstverständlich ohne deren Bewohner) behandeln.
Grundsätzlich ist bei jeder Anwendung von Hitze große Vorsicht walten zu lassen, um sich oder andere Personen nicht zu verbrennen und auch um die zu behandelnden Objekte nicht zu zerstören. Zu große Hitze kann Kleber lösen, Kunststoff schmelzen oder Holz verkohlen lassen, zu schnelles Erhitzen oder Abkühlen (auch nur Stellenweise durch Kontakt mit Wasserspritzern) kann Glas oder Stein zum platzen bringen etc..
Die Anwendung von Kälte, also das Einfrieren ist nicht bei allen Erregern und nur bei sehr niedrigen Temperaturen effektiv und meist wenig praktikabel.

Oft empfohlene Mittel wie ARDAP und Sagrotan :
Beides hat keinen Effekt auf Kokzidien. Grundsätzlich gilt wie erwähnt, dass egal was verwendet wird, keine Rückstände drin sein dürfen. So wurde ja auch beschrieben, dass das Ardap nachher wieder gut entfernt wird; jedoch ist das Risiko doch recht groß. Richtig ist: Ardap hat in einem Terrarienzimmer niemals etwas verloren. Und tatsächlich steht nirgends drauf, dass es für Reptilien schädlich sein könnte. Ständig werden irgendwelche Reptilizide zur Milbenbehandlung in Zoofachgeschäften verkauft mit entsprechenden Folgen.
Beides hat keinen Effekt auf Kokzidien. Grundsätzlich gilt wie erwähnt, dass egal was verwendet wird, keine Rückstände drin sein dürfen. So wurde ja auch beschrieben, dass das Ardap nachher wieder gut entfernt wird; jedoch ist das Risiko doch recht groß. Richtig ist: Ardap hat in einem Terrarienzimmer niemals etwas verloren. Und tatsächlich steht nirgends drauf, dass es für Reptilien schädlich sein könnte. Ständig werden irgendwelche Reptilizide zur Milbenbehandlung in Zoofachgeschäften verkauft mit entsprechenden Folgen. jedoch ist das Risiko doch recht groß. Richtig ist: Ardap hat in einem Terrarienzimmer niemals etwas verloren. Und tatsächlich steht nirgends drauf, dass es für Reptilien schädlich sein könnte. Ständig werden irgendwelche Reptilizide zur Milbenbehandlung in Zoofachgeschäften verkauft mit entsprechenden Folgen.


Quellen:www.Reptilienlabor.de
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